Teilnahmequote erhöhen: Ansprache und Anreize

Es ist gar nicht so einfach, Informationen aus Menschen herauszukitzeln. Wann hören Sie von Ihren Kunden? Wenn Sie Pech haben nur dann, wenn etwas ganz, ganz schief gelaufen ist. Wir müssen also versuchen, das Feedback proaktiv von unseren Kunden einzuholen. Und mit den richtigen Anreizen können Sie die Teilnahmequote an Ihrer Umfrage deutlich erhöhen.

Keine Teilnahme nur aus gutem Willen

In den letzten Monaten habe ich bei einem meiner Kunden ein paar Testläufe mit unterschiedlichen Anreizen durchgeführt. Zunächst haben wir in Blogbeiträgen und in Posts auf den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, uns eine kurze Umfrage zu beantworten. Einziger Anreiz hier: Guter Wille. Der Rücklauf war mehr oder weniger Null.

Als zweite Alternative haben wir dieselbe Umfrage gestartet, diesmal mit der Möglichkeit, einen Gutschein zu gewinnen. Der Rücklauf war etwas besser, aber auch nicht gerade überwältigend.

Die dritte Variante war ein Mailing mit der Bitte an die Kunden, uns von ihren ersten Erfahrungen mit dem Produkt zu berichten und ihre Meinung dazu abzugeben. Hier gab es einen kleinen Rabattcode, der Wert geringer als die Gutscheine bei Variante zwei. Aber — Überraschung! — plötzlich war die Teilnahmequote um einiges höher. Was hatte sich geändert?

Teilnahmequote erhöhen durch Ansprache und Anreize

Vor allem eines hatte sich geändert: Die Ansprache. Auch der richtige Aufhänger für eine Umfrage muss vorhanden sein, wenn man die Teilnahmequote erhöhen möchte. Denn dass Ihre Kunden überhaupt einmal auf die Befragung klicken, ist der erste Schritt.

Wir alle wollen Experten sein

Wenn wir nach unsere Meinung gefragt werden, und zwar nicht einfach so, sondern als Experten zu einem Thema, dann schmeichelt uns das. Und da reicht es schon aus, wenn sich unsere Expertenrolle auf „Neukunde“ beschränkt, der seine Expertise zur ersten Nutzung mit einem Produkt abgeben kann.

Sprechen Sie Ihre Teilnehmer also gezielt auf ihre Expertise an, wenn Sie sie zur Umfrage einladen. Bitten Sie sie um Hilfe, um Wissen und Unterstützung für Ihre Weiterentwicklung. Denn mit dem alten „Ihre Meinung ist uns wichtig“ holen Sie kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor.

Auch emotionale Beteiligung stärkt das Feedback

Vor allem Kunden, die ein Problem haben, melden sich durchaus. Doch diese Probleme werden sie eher am Telefon oder mit einer Mail los. Schliesslich geht es ja auch darum, schnell zu einer Lösung zu gelangen. In eine Umfrage schaffen es diese Meinungen kaum, oder höchstens, wenn die Umfrage gerade zum richtigen Zeitpunkt ins Haus geflattert kommt. (Ob sie Ihnen dann besonders viel nützt, sei dahingestellt.)

Doch ganz grundsätzlich gilt: Wer sich stark emotional mit einem Thema verbunden fühlt, wird viel eher Feedback geben. Vielleicht nicht von sich aus, aber in jedem Fall, wenn Sie aktiv nachfragen. Nutzen Sie das als Anreiz für Ihre Umfrage.

Wer investiert, hat auch Erwartungen

Nicht nur emotionales, sondern auch finanzielles „Investment“ bringt Teilnehmer dazu, sich an Ihrer Umfrage zu beteiligen. Je teurer das Produkt, desto eher hat der Kunde ein Interesse daran, seine (Un-)Zufriedenheit damit auf Papier zu bringen. Die Umfragen, die ich für eine Immobilienfirma machen durfte, die Käufer von Stockwerkeigentum befragt hat, hatten immer enorm hohe Teilnahmequoten.

Niemand schlägt ein Geschenk aus

Studien haben erwiesen, dass Vorab-Geschenke die Teilnahmequote erhöhen. Hierfür genügt es bereits, einer Papier-Umfrage einen frankierten Rückumschlag beizulegen. Es geht also gar nicht um grosse Beträge. Ganz grundsätzlich kann es also nützlich sein, das Anschreiben bereits unkonditional mit einem Gutschein oder ähnlichem zu verbinden, der auch ohne Beteiligung an der Befragung gültig ist und eingelöst werden kann.

Sei es ein Rabattcode, ein Gutschein für eine Tasse Kaffee oder sonst eine Kleinigkeit. Der bei den meisten Menschen vorhandene Sinn für moralisches Handeln wird dazu führen, dass die Teilnehmer das Gefühl haben, sie wären Ihnen eine Teilnahme nun auf gewisse Art und Weise „schuldig“.

Nur übertreiben sollten Sie es nicht. Denn bei zu hohen Werten ist tatsächlich eine Art von Bestechlichkeit möglich, und die Umfrage wird möglicherweise positiver beantwortet als es der Realität entspricht. Schliesslich haben Sie den Teilnehmern ja ein Geschenk gemacht…

Nicht vergessen: Die Teilnahmequote ist nicht alles

Klar, wir zielen auf eine möglichst grosse Zahl an Feedbacks. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Qualität der Rückmeldungen eine Rolle spielt. Wenn jemand sich nur lustlos durch die Umfrage klickt, um an eine Belohnung zu kommen, sind die Ergebnisse nicht viel wert. Wichtiger ist es, dass die Teilnehmer, die die Umfrage ausfüllen, auch wirklich motiviert sind, das zu tun.

Denn die Qualität der Ergebnisse ist schliesslich in aller Regel am Ende das, was zählt.

Haben Sie Fragen, wie Sie Ihre Teilnahmequote erhöhen können oder wünschen Sie sich Feedback zu Ihrer Umfrage? Melden Sie sich bei mir für ein kostenloses Kennenlernen.