Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umfrage: Verstehen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umfrage: Das Verstehen

Was erhoffen Sie sich von Ihrer Umfrage? Genau: So viele gute Erkenntnisse wie möglich daraus zu ziehen. Dazu brauchen wir vor allem eines: Das Verständnis Ihrer Teilnehmer, was Sie eigentlich von ihnen wissen möchten. Ich habe in diesem und den folgenden Blogbeiträgen einige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umfrage zusammengestellt. Zu Beginn geht es um das Verstehen.

Das Wichtigste zuerst

Bevor Sie damit anfangen, Ihre Umfrage ins Reine zu schreiben, möchte ich Ihnen zunächst noch einmal ans Herz legen, sich einige Gedanken vorab zu machen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren ersten Entwurf anhand folgender Aspekte ganz genau unter die Lupe zu nehmen:

  • Können die Befragten das beurteilen?
  • Was ist der Erkenntnisgewinn?
  • Können Sie daran etwas ändern?

Auf diese Weise haben Sie schon einmal einige Stolpersteine und Frustrationsquellen aus dem Weg geräumt.

Was auch leicht vergessen geht: Eine Frage braucht nicht unbedingt ein Fragezeichen. Am Ende kann es sich um jede Aufforderung zur Abgabe von Informationen handeln, auch in Form einer Feststellung.

Voraussetzung Nr. 1: Die Frage verstehen.

Verstehen – Erinnern – Beurteilen – Formulieren: Wenn einer dieser Aspekte nicht beachtet wird, haben die Teilnehmer Schwierigkeiten, Ihnen eine brauchbare Antwort zu geben. In diesem Beitrag geht es um die erste dieser vier Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umfrage: Das Verstehen.

Vermeiden Sie Fachbegriffe.

Hier kommt es sehr auf Ihren Teilnehmerkreis an. Planen Sie eine Umfrage, deren Adressaten über dasselbe Fachwissen verfügen wie Sie, müssen Sie sich natürlich nicht zurückhalten. Doch bei allen anderen Personen ist Vorsicht geboten.

Es geht dabei nicht nur um technische oder fachspezifische Wörter. Vermeiden Sie fremdsprachliche Begriffe oder Anglizismen, vor allem aus dem Marketing. Auch wenn Ihnen Begriffe wie „Benchmark“ oder Abkürzungen wie „USP“ etwas sagen – Sie sollten nicht erwarten, dass Ihre Teilnehmer Begriffe googeln, die sie nicht kennen.

Denn immer wenn ein Teilnehmer ein Wort nicht kennt und die Frage dennoch beantwortet, kommt potenziell eine unbrauchbare Antwort dabei heraus. Diese kann dazu führen, dass Ihre Ergebnisse verfälscht werden – und Sie wissen es nicht einmal.

Formulieren Sie präzise.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umfrage: Stellen Sie keine vage Fragen, sondern seien Sie spezifisch. Am einfachsten ist es, wenn Sie beim Formulieren Ihrer Fragen die bekannten W-Fragen durchgehen: Wer? Was? Wann? Wo? und so weiter.

Kürzere Sätze verbessern das Leseverständnis. Vermeiden Sie lange Schachtelsätze, die schwer verständlich sind. Auch die Konzentration leidet, wenn man sich Zeile um Zeile durch einen nicht enden wollenden Satz quält.

Spezifische Zahlen und Massangaben helfen.

Geben Sie Zahlen und Massangaben an, wenn Sie eine Frage stellen. „Wie viele Tassen Kaffee trinken Sie etwa pro Tag?“ ist eine viel leichter zu beantwortende Frage als „Trinken Sie viel Kaffee?“.

Wenn es Ihr Ziel ist, herauszufinden, ob die Teilnehmer ihren Kaffeekonsum als überdurchschnittlich betrachten, können Sie die beiden Fragen kombinieren und zunächst die Anzahl Tassen abfragen, dann um eine Einschätzung dieser Menge bitten. Doch stellen Sie nur die zweite Frage, haben die Antworten mangels Kontext wenig Aussagekraft.

Machen Sie deutlich, wer gemeint ist.

Sprechen Sie den Teilnehmer direkt an, machen Sie deutlich, wen Sie meinen. Die Einzelperson, den Haushalt, das ganze Unternehmen? Insbesondere, wenn zum Einstieg nach der Lebenssituation oder Unternehmensgrösse gefragt wurde, müssen Sie im weiteren Verlauf der Umfrage immer wieder deutlich machen, welche Einschätzung Sie nun erwarten.

Erfolgreiche Umfragen fallen nicht vom Himmel

Wie alles andere auch, brauchen auch Umfragen ein wenig Übung. Lassen Sie sich Zeit und überstürzen Sie die Durchführung nicht, die Ergebnisse werden für sich sprechen. Und falls Sie Unterstützung brauchen, bin ich gern für Sie da.

Im nächsten Beitrag geht es um die zweite wichtige Voraussetzung, die Ihrer Umfrage zum Erfolg verhilft: Das Erinnern.